Entscheidungssituation

Wenn das Regal voll ist, braucht jede SKU einen Grund zu bleiben.

Wenn ein Sortiment unter Druck steht, ist die kleinste SKU nur ein Verdächtiger. Manche kleinen Artikel erfüllen eine wichtige Rolle. Manche großen erzeugen unbemerkt Komplexität.

Fiktives FMCG-Regalsortiment unter Optimierungsdruck
Wann das für dich passt

Eine Entscheidungsregel klären, bevor SKU für SKU diskutiert wird.

Zuerst werden die Aufgaben des Sortiments definiert: neue Käufer gewinnen, die Preisleiter halten, Premium-Trade-up schützen, wichtige Anlässe bedienen oder Anforderungen des Handels erfüllen. Erst dann lassen sich einzelne SKUs an diesen Aufgaben messen.

Das Ziel ist klar zu entscheiden: welche Artikel verteidigt werden sollten, welche eine andere Rolle brauchen und welche ohne Probleme entfernt werden können.

Nutze das, wenn

  • Viele kleine SKUs Marge, Aufmerksamkeit oder Regalfläche binden.
  • Der Handel eine Sortimentsoptimierung verlangt.
  • Die Teams uneinig sind, welche SKUs strategisch sind.
  • Eine klare Sicht darauf nötig ist, was verteidigt, angepasst, vereinfacht oder gestrichen werden sollte.
Wo das Risiko liegt

Die gefährliche Abkürzung ist das Verkaufsranking.

Ein Ranking zeigt, was groß und was klein ist. Es zeigt nicht, was kannibalisiert wird, welche strategische Rolle eine SKU spielt oder was im Sortiment fehlt, wenn ein Artikel verschwindet.

Leistung wird zu eng gemessen

Der Absatz allein kann Marge, Kannibalisierung, Käuferreichweite, Händlerabhängigkeit und die Rolle in der Preisleiter verdecken.

Interne Politik schützt Unordnung

Jede SKU hat eine Geschichte und meist einen Verantwortlichen. Die Entscheidung braucht eine Marktlogik, die stark genug ist, sich gegen Gewohnheit und interne Lieblings-SKUs durchzusetzen.

Der Handel setzt den Rahmen

Wer als Marke nicht erklären kann, welche SKUs ihren Platz verdienen, bekommt die Logik des Händlers vorgesetzt. Diese Logik schützt selten die beste Rolle, die das eigene Sortiment künftig spielen kann.

Welche Erkenntnisse sind es genauer zu betrachten

  • Rolle der SKU jenseits von Volumen: Reichweite, Inkrementalität, Loyalität, Marge und Trade-up.
  • Wo Varianten sich überlappen, ersetzen oder unterschiedliche Kaufanlässe bedienen.
  • Welche Artikel für den Handel kritisch sind und welche nur intern geschützt werden.
  • Welche SKUs die Preisarchitektur, den Regalblock oder wichtige Kaufanlässe absichern.

Was zu entscheiden ist

  • Welche SKUs aktiv verteidigt werden.
  • Welche SKUs eine andere Rolle, einen anderen Preis, eine andere Verpackung oder eine andere Vertriebslogik brauchen.
  • Welche SKUs mit begrenztem Schaden gestrichen werden können.
  • Welche Streichungen ein größeres Problem schaffen würden als sie lösen.
Beispielergebnis

Empfehlung: Die doppelte Variante im mittleren Preissegment streichen, nicht die kleinere Nischen-SKU. Die mittlere Variante bringt Volumen, zieht es aber überwiegend vom Kernsortiment ab. Die Nischen-SKU ist kleiner, schützt aber einen klaren Verwendungsanlass und gibt dem Handel einen Grund, den Premiumblock aufrechtzuerhalten.

Dies kann mit Markt.Scan beginnen, wenn der Druck diagnostiziert werden muss, oder zu Markt.Lever übergehen, wenn die Frage ist, wo das Sortiment zunächst angepasst werden sollte.